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Australian Open

Seit dem 07.01.17 sind wir nun in Melbourne und bereiten uns auf die Australian Open vor. Tommy spielt bei dem ersten Grand Slam Turnier des Jahres im Hauptfeld und wird voraussichtlich am Dienstag sein Erstrundenmatch gegen den Franzosen Benoit Paire bestreiten.

Doch wie läuft so ein Tag während eines Turnieres für einen Physiotherapeuten und sein Team ab?

Bei dem gegebenen Fakt „1 Spieler + 1 Physiotherapeut“ könnte man meinen, dass die Gleichung „Spieler + Physiotherapeut = wenig Arbeit“ heißen müsste. Nach mehreren Wochen stelle ich aber beruhigt fest, dass es nicht langweilig und eintönig wird. Obwohl ich mich als Therapeut „nur“ um einen Sportler kümmern muss, ist der Tag recht vollgepackt.

Unser Tag beginnt in der Regel gegen 7 Uhr / 7:30 Uhr. Gemeinsam werden wir von einem Shuttle in unserem Hotel abgeholt und auf die Anlage gefahren. Nach einem kurzen Frühstück geht es direkt weiter auf die Behandlungsbank. Morgens nutzen wir meistens die Zeit, um routinemäßig den Körper durchzuchecken und ggf. Problembereiche zu behandeln. In Tommys Fall lege ich besonderen Wert darauf, dass alle Gelenkblockaden gelöst sind und vor allem seine Schulter, die bereits viermal operiert wurde (darunter zwei Sehnenabrisse), sich in einem schmerzfreien Zustand befindet. Nach einem ca. 45 minütigen Fullbodycheck geht es direkt weiter ins Gym. Das Turnier stellt für alle Spieler und deren Teams einen großen Bereich zur Verfügung, in dem sich alle Spieler aufwärmen und vorbereiten können.

Wenn man bedenkt, dass sich in dieser Woche über 500 Spieler mit ihren Teams auf der Anlage befinden, kann es im Gym schon mal etwas hektisch werden. Trotzdem trifft man hier auch Profis wie Roger Federer, Andy Murray, Rafael Nadal oder Serena Williams. In ca. 30 Minuten wärmt sich Tommy mit verschiedenen Übungen und Bewegungsabfolgen unter meiner Anleitung auf. Zwischen 10 Uhr und 11 Uhr beginnt dann meistens die erste Trainingseinheit auf dem Platz.

Die männlichen Profis trainieren fast immer miteinander. Einheiten mit Federer, Nishikori und Co. sind selbstverständlich für Tommy. Während des Trainings befinde ich mich natürlich auch auf dem Platz, um ggf. kleinere Beschwerden direkt zu behandeln, aber auch um die Bewegungsmuster von Tommy genauer analysieren zu können.

Bevor es anschließend nach zwei intensiven Stunden Tennis zum Mittagessen geht, beenden wir den Vormittag mit einem 20-30 minütigen Cooldown-Programm. Dehnen und Mobilisationsübungen dürfen hier nicht fehlen. Für das Mittagessen bietet das Turnier innerhalb eines Foodcourts reichlich Auswahl. Smoothies, Pasta, Sushi, Fisch, Sandwiches etc. werden hier in in bester Qualität für Spieler und Teams frisch zubereitet.

Nach der Mittagspause geht es am frühen Nachmittag wieder zurück ins Gym. Fitness ist angesagt. In den nächsten 1-1,5 Stunden gerät Tommy nochmal ordentlich ins Schwitzen. Ein Mix aus Ausdauer- und Krafttraining gepaart mit verschiedensten Ausgleichsübungen zum Tennis bestimmen die Trainingseinheit.

Im Anschluss fahren wir zurück in unser Hotel. Jetzt ist es auch schon Abend. Gemeinsam gehen Tommy, Christian und ich in die Stadt zum Essen, bevor dann eine weitere Behandlung und Ganzkörpermassage folgen. Wenn alles nach Plan verläuft und nichts dazwischen kommt, ist mein Arbeitstag in der Regel zwischen 22-23 Uhr beendet.

Soviel zu einem üblichen Trainingstag hier bei den Australian Open. Der Fokus liegt jetzt auf dem Match am Dienstag gegen Paire. Verfolgt werden kann das Spiel im Eurosport Livestream und eventuell auch auf Eurosport TV. Wir werden am Dienstag das vierte Match nach 11 Uhr spielen. Das heißt ca. gegen 16-17 Uhr Ortszeit. 

Liebe Grüße aus Melbourne,

Timo

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